Damit liegt erstmals eine wissenschaftlich fundierte Langfristanalyse der Landesfinanzen bis zum Jahr 2070 vor. Diese macht klar: Sachsen-Anhalt steht vor enormen finanziellen Herausforderungen. Die Modellrechnungen zeigen, dass selbst unter günstigen Annahmen und ohne neue Krisen langfristige Finanzierungslücken zwischen 250 und 500 Millionen Euro jährlich entstehen. Exogene Schocks wie Naturkatastrophen oder Wirtschaftskrisen würden die Lage zusätzlich weiter verschärfen. Prof. Dr. Martin Werding betont deshalb: „Die ausgewiesenen Finanzierungslücken sind eher als Untergrenze des tatsächlichen Handlungsbedarfs zu verstehen. Trotzdem engen allein diese Lücken die Haushaltspolitik im Land schon für die nächsten Jahre ein.“
Bei der Pressekonferenz präsentierte Kay Barthel zudem eine Impulsbroschüre, mit der der Rechnungshof an die Ergebnisse des Sonderberichts anknüpft. LRH-Präsident Barthel sagt: Unser Anspruch ist es, den Landtag und die Landesregierung nicht nur durch unsere Prüfungen zu unterstützen, sondern sie auch unabhängig zu beraten. Unsere 10 Impulse sollen dazu beitragen, finanzpolitische Entscheidungen auf eine verlässliche Grundlage zu stellen und den wirtschaftlichen Einsatz öffentlicher Mittel zu verbessern. Mit dem Beginn der neuen Wahlperiode bietet sich die Chance, die Weichen für die Zukunft Sachsen-Anhalts neu zu stellen.“
Sonderbericht und Impulsbroschüre sind unter der Rubrik „Aktuelle Berichte“ auf dieser Internetseite veröffentlicht.